Am Torhaus dauern Nachlöscharbeiten an – Teile des 5. Verbandes in Marsberg eingesetzt
Wo es überall noch brennt

Möhnesees stellvertretender Wehrführer Martin Nölle ist mit dem 5. Verband der Bezirksregierung in Marsberg eingesetzt. Von der Einsatzstelle in der Nähe des Diemelsees schickte er am Samstagmorgen eine Aufnahme.
Nachlöscharbeiten im Wald am Torhaus
Im Waldgebiet südlich des Möhnesees dauern die Nachlöscharbeiten auch am Samstagabend an. Eine offene Feuerfront gibt es nicht mehr, eine abschließende Meldung „Feuer aus“ liegt jedoch noch nicht vor. Die Einsatzkräfte suchen weiterhin nach Glutnestern im Boden und in beschädigten Baumstämmen. Betroffen ist eine rund 60.000 Quadratmeter große Fläche im Bereich Grüne Hoffnung und Wilhelmsruh unweit des Torhauses.
Die Feuerwehren im Kreis Soest bezeichneten die Lage am Samstagmorgen als stabil. Zu diesem Zeitpunkt waren noch rund 80 Einsatzkräfte vor Ort, davon etwa 50 unmittelbar im Wald. Beteiligt waren neben den Feuerwehren auch das Technische Hilfswerk, Hilfsorganisationen, Rettungsdienst und Polizei. Der Schwerpunkt des Einsatzes verlagerte sich im Laufe des Tages zunehmend auf Nachlöscharbeiten und Brandwache.
A N Z E I G E
Wasserbedarf deutlich gesunken
Feuerwehrsprecher Marc Schlunz teilte am Abend mit, dass der Wasserbedarf inzwischen deutlich gesunken sei. Das aus dem Kreis Paderborn herangeführte Hochleistungs-Wasserfördersystem wurde deshalb wieder abgebaut. Für die weitere Versorgung reicht eine neu in den Wald verlegte B-Schlauchleitung aus. Der zwischenzeitliche Regen brachte nach Einschätzung der Feuerwehr keine entscheidende Erleichterung.
Zufahrt zum Torhaus weiterhin gesperrt
Die Zufahrt zum Torhaus war am Samstagnachmittag weiterhin gesperrt. Für die Bundesstraße 229 lag am Morgen ebenfalls noch keine Freigabe vor. Waldbesucher, Spaziergänger und Radfahrer sollen den Einsatzbereich weiterhin meiden und die Zufahrtswege für Feuerwehrfahrzeuge freihalten.
Zur Ursache des Brandes gibt es noch keine belastbaren Erkenntnisse. Brandermittler der Polizei haben sich bereits einen ersten Überblick verschafft. Eingehende Untersuchungen sind jedoch erst möglich, wenn die Arbeiten der Feuerwehr vollständig beendet sind.
Lage in Marsberg-Helminghausen entspannt sich
Auch in Marsberg-Helminghausen am Diemelsee hat sich die Lage deutlich entspannt. Der dortige Waldbrand ist unter Kontrolle. Nach Angaben der Stadt Marsberg sind rund 35 Hektar Wiesen- und Waldflächen betroffen. Mehr als 650 Feuerwehrleute waren seit Donnerstag in wechselnden Schichten an dem nach Angaben der Stadt größten Feuerwehreinsatz der vergangenen Jahrzehnte in Marsberg beteiligt.
Am Samstag wurden nur noch einzelne Glutnester kontrolliert und abgelöscht. Eine Drohne überwachte das Gelände aus der Luft. Ab 14 Uhr übernahmen drei Löschzüge aus Hessen die weitere Beobachtung der Brandstellen. Für Sonntag ist eine erneute Lagebeurteilung vorgesehen. Dann soll entschieden werden, ob die Maßnahmen vollständig beendet werden können.
Teile des 5. Verbandes in Marsberg nachgewiesen
Für Samstag ist auch der Einsatz von Teilen des 5. Verbandes der Bezirksregierung Arnsberg in Helminghausen belegt. Die Freiwillige Feuerwehr Wickede rückte mit sechs Einsatzkräften und einem Löschgruppenfahrzeug für den Katastrophenschutz nach Marsberg aus. Dieses Fahrzeug gehört zum 5. Verband, in dem Einheiten aus Hamm sowie aus den Kreisen Soest und Unna zusammengefasst sind. Auch in der Lagemeldung vom Samstagnachmittag wurden noch Kräfte aus den Kreisen Soest und Unna genannt.
Nicht bestätigt ist dagegen, dass der vollständige 5. Verband nach der Übernahme durch die hessischen Löschzüge noch geschlossen in Helminghausen verblieb. Eine öffentliche Rückkehr- oder Auflösungsmeldung des Verbandes liegt bislang ebenfalls nicht vor. Gesichert ist deshalb lediglich, dass Teile des Verbandes am Samstag in Marsberg eingesetzt waren.
Größter Einsatz läuft im Hürtgenwald
Der größte aktive Waldbrandeinsatz in Nordrhein-Westfalen läuft weiterhin im Hürtgenwald im Kreis Düren. Nach Angaben des Kreises war die Lage am Samstagabend statisch. Das Feuer hatte sich nicht weiter ausgebreitet, die Brandherde waren aber noch nicht vollständig eingedämmt. Rund 300 Hektar Wald sind betroffen. In der Spitze waren etwa 1.800 Kräfte von Feuerwehr, Polizei, Bundeswehr, Technischem Hilfswerk und weiteren Hilfsorganisationen im Einsatz. Die Arbeiten werden durch steiles Gelände und mögliche Weltkriegsmunition im Boden erschwert.
Glutnester im Tüschenwald
Im Tüschenwald bei Sonsbeck im Kreis Wesel sind die offenen Flammen gelöscht. Die Feuerwehr suchte am Samstag jedoch weiterhin mit einer Drohne nach Glutnestern. Betroffen waren Teile einer rund 45.000 Quadratmeter großen Waldfläche. Zeitweise waren bis zu 200 Einsatzkräfte beteiligt.
Bodenfeuer bei Königswinter gestoppt
Einen weiteren Waldbrand meldete die Freiwillige Feuerwehr Königswinter am Samstag aus dem Bereich Gratzfeld. Dort hatte sich ein Bodenfeuer bereits auf stehende Bäume ausgebreitet. Die Feuerwehr konnte den Brand auf etwa 300 Quadratmeter begrenzen und unter Kontrolle bringen. Ein Forstunternehmen unterstützte dabei, Baumstämme anzuheben, damit darunter liegende Glutnester gelöscht werden konnten.
Nachlöscharbeiten in der Vordereifel
In der Vordereifel zwischen Langenfeld und Langscheid im Kreis Mayen-Koblenz stehen nach Angaben des Südwestrundfunks rund 50 Hektar unter Kontrolle. Die zuvor vorsorglich aus ihren Häusern gebrachten Bewohner konnten zurückkehren. Die Feuerwehr rechnet allerdings damit, dass die Nachlöscharbeiten noch bis Sonntag dauern.
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Großbrand im belgischen Hohen Venn
Unmittelbar hinter der deutschen Grenze bleibt die Lage im belgischen Hohen Venn kritisch. Nach Angaben örtlicher Behörden sind dort inzwischen rund 1.600 Hektar Wald- und Wiesenflächen betroffen. Der Rauch zieht weit über die Eifel und Teile von Rheinland-Pfalz. In mehreren Ortschaften auf deutscher Seite wurden Warnungen vor Brandgasen verbreitet. Die Stadt Monschau bereitete am Samstagabend vorsorglich mögliche Evakuierungen grenznaher Wohnplätze vor.
Brände in Stemel und Leverkusen gelöscht
Nicht mehr als aktive Waldbrände gelten die Feuer in Sundern-Stemel und Leverkusen-Rheindorf. Das Feuer bei Stemel ist nach den abschließenden Kontrollen der Feuerwehr gelöscht. In Leverkusen konnte ein rund einen Hektar großer Bodenbrand bereits nach etwa dreieinhalb Stunden vollständig eingedämmt werden.

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