Konzept „Anders weiterkommen in Möhnesee“ ist ausgezeichnet worden

Dritter Stern für Möhnesee

02/07/2026

So stand es bei der Freiluftveranstaltung zur Sterneverleihung auf der Leinwand. · Foto: privat

Dritter Stern ist entscheidend für die Förderung
Wer bei der „Regionale“ den dritten Stern bekommt, kommt mit Vorrang an die Fördertöpfe und kann seine Projektideen umsetzen. In Körbecke ist auf diesem Weg die Seetreppe entstanden. Wird Möhnesee jetzt „Modellkommune“ für ein anderes Vorwärtskommen in der Gemeinde? Geht es ohne Staus, Motorradlärm und viel Gepose — zum Beispiel am Zugang zur Seestreppe, gleich bei einer bekannten Eisdiele und vor einem ebenso bekannten Hotel? Geht es ohne Krach und Gedränge am Südufer?
Der dritte Stern im Regionale-Prozess macht das Mobilitätskonzept „Anders weiterkommen am Möhnesee“ jetzt möglich. Insgesamt rücken 56 Projekte im jetzt näher an Fördertöpfe. Es geht dabei um Projekte im Hochsauerlandkreis, dem Märkischen Kreis, in den Kreisen Olpe, Siegen-Wittgenstein und Soest.

Drei Mobilitäts-Projekte funkeln bei Festival
Den dritten Stern der Südwestfalen Regionale 2025 erhielt beim Südwestfalenfestival im Sauerlandpark in Hemer im Bereich Mobilität ebenso die Wallfahrtstadt Werl für eine nachhaltige Mobilität, dazu die Region Siegen-Wittgenstein für ein On-Demand-System für den Busverkehr: „Go SiWi Go“. Entschieden wurde über die Sternevergabe am 30. Juni, am 1. Juli bekamen alle Bescheid. Wird jetzt alles besser? MöhneReport hat nachgeblättert im Prospekt der Veranstaltung.


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Der Weg: Vom Abstrakten zum Konkreten
Worum geht es im Kern? Das stand in den Unterlagen für alle Gäste des Südwestfalenfestivals:

„MOBILITÄTSKONZEPT GEMEINDE MÖHNESEE

Im Projekt „Mobilitätskonzept Gemeinde Möhnesee“ geht es darum, die Mobilität rund um den Möhnesee zukunftsfähig zu gestalten. Das Vorhaben ist unter dem Namen „Anders Weiterkommen am Möhnesee“ als Teilvorhaben des Dachprojekts „Lebensraum Sauerland-Seen“ in den REGIONALE-Prozess gestartet und wird am Ende des Entwicklungsprozesses von der Gemeinde Möhnesee zu 100 Prozent selbst finanziert.

Der Möhnesee ist zugleich Wohnort, Naturraum und beliebtes Ausflugsziel. Dadurch kommen dort viele unterschiedliche Nutzungen zusammen: Menschen bewegen sich im Alltag durch die Gemeinde, Gäste reisen für Freizeit und Erholung an, Radfahrende und Fußgängerinnen und Fußgänger nutzen die Wege am See, und gleichzeitig müssen Landschaft, Uferbereiche und Natur geschützt werden.

Das Mobilitätskonzept nimmt diese verschiedenen Anforderungen in den Blick. Es untersucht, wo es heute Probleme oder Konflikte gibt, zum Beispiel durch hohen Autoverkehr an stark besuchten Tagen, Parkdruck, unklare Wegeführungen, Belastungen in den Ortslagen oder Konflikte zwischen verschiedenen Verkehrsarten. Ziel ist es, den Verkehr besser zu ordnen und die unterschiedlichen Mobilitätsangebote stärker miteinander zu verbinden.

Ein wichtiger Schwerpunkt ist die Stärkung des Fuß- und Radverkehrs. Wege sollen sicherer, attraktiver und besser nutzbar werden. Gleichzeitig geht es darum, Besucherinnen und Besucher besser zu lenken, damit sensible Bereiche am See entlastet und Nutzungskonflikte reduziert werden. Auch der öffentliche Verkehr und alternative Mobilitätsangebote werden mitgedacht. Das Projekt berücksichtigt außerdem digitale Lösungen. Dazu gehören zum Beispiel bessere Informationen über Wege, Parkmöglichkeiten, Mobilitätsangebote oder Besucherströme. So sollen Menschen einfacher erkennen können, wie sie sich am Möhnesee bewegen können und welche Alternativen zum eigenen Auto bestehen.

Am Ende soll das Mobilitätskonzept der Gemeinde als Grundlage für künftige Entscheidungen dienen. Es zeigt auf, welche Maßnahmen sinnvoll sind, welche Bereiche besonders wichtig sind und wie Mobilität am Möhnesee schrittweise nachhaltiger, sicherer und angenehmer gestaltet werden kann.“

Gemeinde hat schon tief in die Tasche gegriffen
Für das Konzept wurden laut Regionale-Mitteilung 100.000 Euro komplett von der Gemeinde finanziert. Für die Umsetzung konkreter Maßnahmen sind Förderungen möglich: Der dritte Regionalestern bringt Kommunen schneller an passende Fördertöpfe. Es geht also bei aller Freude nicht um den Startschuss für irgendein konkretes Projekt — Möhnesee kommt schneller dran an Förderbescheide. Wenn man vom Abstrakten zum Konkreten kommt.


So voll war es beim Sparkassen-Firmenlauf am 1. Juli am Fuß der Seetreppe. · Foto: MöhneReport


„Wenn ich den See seh’“
Zum Vergleich: Als der damalige Bürgermeister Hans Dicke 2013 so bei sich dachte: „Wenn ich den See seh’, brauch’ ich kein Meer mehr“ — da hatte er bereits Konkretes vor: Eine breite Schneise hinunter zum See, in einer Sichtachse vom „Kanadischen Dreieck“ bis zum Wasser. Natürlich wurde diskutiert: Wie könne man nur die schönen Bäume umhauen? Die Idee setzte sich dennoch durch. Die „Seetreppe“ bekam die nötige Unterstützung, als Regionale-Projekt die nötigen Sterne und anschließend die nötigen Fördermittel — sie zieht heute die Menschen in Scharen an, die Drohnenaufnahmen vom 1. Juli vom aktuellen Sparkassen-Firmenlauf zeigen das deutlich.

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