Wieder Diskusssion um Schönwetter-Verkehrsdruck in Stockum und Neuhaus.

Aktive kündigen neue Demos an

10/09/2026

Bürgermeister Wolf Blesken (rechts im Bild) bei der Bürgerversammlung in der Jakobusstube im Gespräch mit Stockumern und Neuhäusern. · Foto: Thomas Brüggestraße


Alfred Glaremin kritisiert Untätigkeit
Was hat sich getan? „Zero. Nichts seit den beiden großen Fahrrad-Demos vor sechs Jahren“, das sagte Alfred Glaremin bei der Bürgerversammlung am Mittwoch, 9. September in der Schützenhalle. Was könnte sich tun beim Verkehr, damit die Stockumer endlich wieder Ruhe haben? Warum tut die Gemeinde nicht endlich was? Bürgermeister Wolf Blesken sprach darüber mit den Stockumern bei einer schon lange geplanten Bürgerversammlung, und er hörte sich viel Frust und Ärger an. Die Krux bei allem Verständnis: Es lasse sich gut fordern, die Biberstraße zurückzubauen, Tempolimits einzuführen — die Straße gehöre bekanntermaßen nicht der Gemeinde, Kreis und Land hätten da zu sagen. Die Straße übernehmen, damit auch die Unterhaltung? Schnappatmung bekomme er bei dem Gedanken, sagte Wolf Blesken sofort. Schilder, aufstellen, umstellen, damit den Verkehr schon ab der Haar anders leiten? Die Gemeinde sei dort nicht zuständig. Reden könne man, auch über den Sinn. Heißt aber auch: Nicken müssten dann andere.

Dieter Korb nimmt Bürgermeister in die Pflicht
„Ich setze auf Ihr Wahlversprechen, dass Sie sich kümmern“, daran erinnerte Dieter Korb gegen Ende einer Versammlung, von der so etwas hängen bleibt wie „Gut, dass wir drüber gesprochen haben….“ — Er werde sich kümmern, das versprach Wolf Blesken noch einmal, und er werde mit den Stockumern im Gespräch bleiben. Alfred Glaremin zum Abschluss: Wenn sich nichts tue, dann werde es im Frühjahr wieder Demos geben. MöhneReport sagte er: „Die Biberstraße zumachen, das wird kein Problem. Formulare, so eine Demo zu beantragen, die habe ich noch auf dem Rechner…“

Helmut Schulte: „Goldener Weg ist schwer“
„Ein goldener Weg ist schwer“, sagte Helmut Schulte von der Initiative „Zukunft Möhnesee“. Alles hänge mit allem zusammen. Sperrungen hier können demnach einen Flaschenhals woanders bedeuten, und schon wieder habe man Diskussionen. Soll heißen: Leicht geht anders. Man dürfe bei der ganzen Diskussion auch Neuhaus nicht vergessen, auch dort sind die Bewohner nicht glücklich über den vielen Verkehr, auch dort werde gerast und es sei zu laut.


Dokumentation:
Anmerkungen von Alfred Glaremin zur Entwicklung der Belastungen,
so vorgetragen bei der Bürgerversammlung

„1. Historisches

Die starke Lärmbelästigung durch den Verkehr führte im Jahr 2020 zu zwei Fahrrad-Demonstrationen mit jeweils mehr als 250 Teilnehmern. Im September 2020 fanden bei nicht besonders gutem Wetter Verkehrszählungen statt. Sie dokumentierten das starke Verkehrsaufkommen auf der Seeuferstraße und der Biberstraße.

In der Folgezeit wurden verschiedene Institutionen mit der Untersuchung der Verkehrssituation beauftragt. Die letzte Untersuchung läuft noch. Ein konkretes Ergebnis der bisherigen Bemühungen gibt es jedoch nicht. Ergebnis bislang: null.

2. Die Probleme

Nach dem Ortsausgang Stockum sind in Richtung Echtrop und in der Gegenrichtung sämtliche Geschwindigkeitsbeschränkungen aufgehoben – trotz einer 90-Grad-Kurve. Damit sind dort grundsätzlich 100 km/h erlaubt. Das begünstigt hohe Geschwindigkeiten. Die bereits ab dem tatsächlichen Ortsein- beziehungsweise Ortsausgang zulässigen 70 km/h werden insbesondere spätnachmittags und an den Wochenenden regelmäßig deutlich überschritten.

Das Abbremsen und anschließende Beschleunigen im gesamten Ort führt zu einer erheblichen Lärmbelästigung. Terrassen und Balkone an der Biberstraße sind dadurch teilweise kaum noch nutzbar.

Mir ist keine vergleichbare 90-Grad-Kurve bekannt, die mit 100 km/h befahren werden darf. Die Situation führt auch zu Unfällen. In diesem Jahr waren es nach meiner Kenntnis mindestens drei, darunter ein Unfall mit Personenschaden und Rettungswageneinsatz.

Während andernorts bereits nach vergleichsweise leichten Unfällen Geschwindigkeitsbegrenzungen verschärft werden – beispielsweise auf der Straße von Soest in Richtung Hamm –, passiert in Stockum nichts.

Ein weiteres Beispiel ist die Biberstraße. Der Kreis Soest lehnt es bislang ab, die zulässige Geschwindigkeit von beziehungsweise bis zur Straße Kalkofen auf 50 km/h zu reduzieren. Es stellt sich die Frage, warum dies nicht möglich sein soll, obwohl es in vergleichbaren Bereichen vielerorts entsprechende Begrenzungen gibt. Auch in Körbecke gilt beispielsweise ab dem Kreisverkehr am Friedhof in Richtung Schapshof eine entsprechende Geschwindigkeitsregelung. Selbst auf vielen Bundesstraßen ist die Verkehrssituation besser geregelt als in Stockum.

Hinzu kommt die Hanglage. Sie verstärkt auf der Biberstraße die Lärmbelastung durch das ständige Beschleunigen und Abbremsen zusätzlich.

Zusammen mit dem hohen Verkehrsaufkommen beeinträchtigt diese Situation nicht nur die Lebensqualität der Anwohner, sondern auch die Sicherheit der Bürger und insbesondere der Kinder.

3. Verantwortliche

Verantwortlich für die Verkehrssituation sind aus meiner Sicht der Kreis Soest, Straßen.NRW und letztlich auch die Gemeinde Möhnesee.

Der Kreis Soest und Straßen.NRW haben in der Vergangenheit Maßnahmen, die den Bürgern helfen könnten, immer wieder abgelehnt. Beim Kreis Soest entsteht dadurch der Eindruck, dass die Interessen der Raser stärker berücksichtigt werden als die Interessen der betroffenen Bürger.

Auch die Gemeinde Möhnesee war bislang nicht besonders hilfreich. Sie hat gegenüber dem Kreis Soest aus meiner Sicht nicht genügend Druck aufgebaut und stattdessen eher einen Kuschelkurs verfolgt.

Nun soll Stockum zusätzlich durch Umleitungsverkehre belastet werden. Das zeigte sich bereits am Pfingstwochenende und könnte sich demnächst bei der Zufahrt zum ADAC-Campingplatz wiederholen. Während es in verschiedenen anderen Ortsteilen der Gemeinde Verbesserungen gibt, entsteht in Stockum zunehmend der Eindruck, dass der Ort vor allem zusätzliche Belastungen tragen soll.“


Dokumentiert:

Drei-Punkte-Plan für Stockum, zusammengestellt von Alfred Glaremin, Peter Ruth und Dieter Korb, vorgelegt zur Bürgerversammlung am Mittwoch, 9. September in der Jakobus-Stube der Schützenhalle

3 Punkte Plan
zusamengestellt von Alfred Glaremin, Peter Ruth und Dieter Korb

„Wir fordern:
1. mehr Verkehrssicherheit für Schulwege zu den Bushaltestellen, zum Spielplatz u. Schützenhalle, mehr Verkehrssicherheit für die Straßenüberqerungen im Oberdorf, mehr Verkehrsicherheit an Ein – und Ausfahrten der Seitenstraßen und Bewohnerausfahrten (Wenne, Saatgarten, Weiße Ecke, Hof Leifert, Hof Nübel, Siedlung Mestefeld, usw. Querung vom Kaklkofen auf Radweg,, Ortsausgang Richtung Echtrop (Tempo 70 zurzeit)

2. zunehmende Verkehrsbelastungen durch Großveranstalltungen, Erlebnis-  und Eventgastronomi wie Brückenfest, Firmenlauf, Triathlon, Weinfest, Feierabend am See, das Uferlos , Camp 13 usw. zu reduzieren

3.  zunehmenden Verkehrslärm -und Feinstaubbelastung , verursacht durch den in den letzten Jahren höherem Verkehrsaufkommen zu reduzieren.

Maßnahmen und Ideen

1. Beschilderung „ Möhnesee“ an der Kreuzung Raiffeisen ergänzen mit dem Zusatz „Freizeitpark – Seetreppe“ und versetzen in Richtung B 516 Haarweg – über Umgehungsstraße Körbecke leiten.

2. Geschwindigkeitsreduzierung von Raiffeisen bis vor schärfe kurve von 100 auf 70 km/h dann von vor der scharfen Kurve bis Ortseingang auf 50 km/h, ab Ortseingang Biberstraße auf 30 km/h

3. Ortseingangsschild von Höhe Bushaltestelle versetzen und im Bereich Einmündung Kalkofen aufstellen

4. auf der Biberstraße den Radweg entfernen und auf die Anliegerstraße
Wenne verlegen, oder auf Mestefeld – Dome – Kalkofen verlegen

5. Entlang der Biberstraße versetzt rechts – links Parktaschen für
Anwohner oder Inseln anlegen und mit Bäumen bepflanzen

6. Abbiegespur zur Wenne und Abbiegung auf Kalkofen von Biberstraße (Ortsausgang) entfernen, begrünte Insel anlegen und mit Bäumen bepflanzen

7. Querungshilfen (Zebrastreifen ) im Bereich Schützenhalle – Franz-Stock-Straße und Ortsmitte Höhe Dorfbrunnen anbringen

8. Querungshilfe von Biberstraße auf Stockumer Damm anlegen

9. Geschwindigkeitskontrollen durchführen durch Polizei und Kreis

10. bei Reparatur oder Neuauftrag der Fahrbahndecke der Biberstraße Flüsterasphalt aufbringen und nicht absplitten ( Absplitten verursacht höhere Abrollgeräusche)
11. Auf den bestehenden 30er Straßen (Dome, Kalkofen, Mestefeld ) die 30er Beschriftungen erneuern!

12. Geschwindigkeitsreduzierung im Ortsteil Neuhaus mit Neuhäusern
Bürgern besprechen“


 

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