Kreisfeuerwehr: „Kräfte zehrende Arbeiten bei hohen Temperaturen“
Waldbrand am Torhaus: Viele Freiwillige löschen weiter Glutnester

Florian Kamp schickte Bilder von der Einsatzstelle im Wald an MöhneReport.
Rund 80 Kräfte löschen weiter Glutnester
Möhnesee. Das ist das Bild aus unterschiedlichen Quellen: Der Waldbrand im Arnsberger Wald südlich des Möhnesees ist unter Kontrolle. Beendet ist der Einsatz noch nicht. Am späten Freitagvormittag waren rund 80 Kräfte mit Nachlöscharbeiten beschäftigt. Die B229 bleibt zwischen Delecke und Breitenbruch gesperrt.
Das Feuer brach am Donnerstagnachmittag zwischen Grüne Hoffnung und Wilhelmsruh aus. Betroffen sind rund 58.000 Quadratmeter Wald. Das entspricht knapp sechs Hektar. Der Parkplatz am Torhaus wurde als Sammel- und Bereitstellungsraum genutzt. Der eigentliche Brandort liegt weiter südlich im Wald.
Die Feuerwehr meldete gegen 21 Uhr, dass sie die weitere Ausbreitung gestoppt habe. Wegen möglicher Windänderungen blieb die Lage zunächst unsicher. Die zwischenzeitlich über die Warn-App Nina verbreitete Information über Rauch und Brandgeruch wurde am Abend wieder aufgehoben. Der Möhneseeturm war nach Angaben der Feuerwehr nicht gefährdet.
Junge Eichen auf ehemaliger Borkenkäferfläche
Gebrannt hat es auf einer Fläche, auf der nach den Borkenkäferschäden junge Eichen angepflanzt worden waren. Das Feuer erfasste vor allem die trockene Bodenvegetation und die Jungkultur. Ein größerer Wipfelbrand entwickelte sich nach den veröffentlichten Beobachtungen nicht.
Wie viele junge Eichen zerstört oder so stark geschädigt wurden, dass sie ersetzt werden müssen, ist noch nicht bekannt.
Der Boden bereitet der Feuerwehr weiterhin Arbeit: Glut kann sich unter Laub, Wurzeln und abgestorbenem Holz halten. Die Kräfte öffnen deshalb den Waldboden mit Handwerkzeugen. Hinzu kommen forstwirtschaftliche Geräte. Wald und Holz NRW setzt einen Spezial-Harvester ein.
Ein Einsatz im Inneren der Fläche war zeitweise zu gefährlich. Neben dem Gefälle nennt die Feuerwehr stark geschädigte Bäume als Risiko. Diese können ohne Vorwarnung umstürzen.
Bis zu 480 Kräfte im Einsatz
In der Spitze waren am Donnerstagabend rund 480 Kräfte eingebunden. In der Zahl enthalten sind auch Rettungsdienst, Hilfsorganisationen, Technisches Hilfswerk und Polizei.
Während der Nacht hielten etwa 100 Kräfte Brandwache. Eingesetzt waren zur Ablösung der Feuerwehr Möhnesee und weiterer Tageskräfte vom Donnerstag Feuerwehrleute aus Geseke sowie zwei überörtliche Löschzüge aus dem Kreis Unna. Dazu gehörten Einheiten aus Kamen, Bergkamen, Schwerte und Unna. Aus Hamm kamen Kräfte aus Werries, Westünnen und Hövel.
Gegen 6.30 Uhr wurden diese Mannschaften wieder durch Kräfte aus Möhnesee und Soest abgelöst. Am späten Freitagvormittag waren noch rund 80 Kräfte unmittelbar mit den Löscharbeiten beschäftigt.
Die Feuerwehr des Kreises Paderborn sichert mit einem besonders leistungsfähigen Pumpsystem die Wasserversorgung. Eine Schlauchleitung führt vom Südufer des Möhnesees in den Wald. Sie verläuft auch über die B229. Die Straße kann deshalb noch nicht wieder freigegeben werden.
Das THW kümmert sich unter anderem um Kraftstoffe und Materialtransporte. Hilfsorganisationen versorgen die Einsatzkräfte. Die Drohneneinheit des Kreises Soest beobachtete die Fläche vom Möhneseeturm aus. Ein Polizeihubschrauber wurde zur Erkundung eingesetzt.
Feuerwehr Möhnesee führt den Einsatz
Wie das Feuer zwischen Grüne Hoffnung und Wilhelmsruh entstand, ist noch nicht geklärt. Es gibt bisher keine veröffentlichte Aussage zu Brandstiftung, einer weggeworfenen Zigarette, einem technischen Defekt, Arbeiten im Wald oder einen Blitzeinschlag.
Sundern-Stemel: Rauchwolke bis zum Möhnesee sichtbar
Bereits am Mittwoch brannte es oberhalb von Sundern-Stemel in Richtung Ochsenkopf und Wennigloh. Die Rauchsäule war bis herüber nach Möhnesee deutlich sichtbar. Auch von Körbecke und von der Haar aus wirkte das Feuer, als liege es deutlich näher am Möhnesee.
Der Brand bei Stemel erfasste rund 80.000 Quadratmeter. Das sind acht Hektar. Frühere und erheblich höhere Schätzungen wurden nach der Auswertung von Drohnenbildern korrigiert. Am Freitag galt das Feuer als gelöscht. Einsatzkräfte bauten noch Schlauchleitungen und anderes Material ab.
Gebrannt hat es in einer jungen Aufforstung. Welche Baumarten dort standen, wurde nicht mitgeteilt. Mit schwerem Forstgerät legten Waldarbeiter eine Schneise an. Damit verhinderten sie ein Übergreifen auf einen älteren Bestand mit hohen Nadelbäumen. Um welche Nadelbaumarten es sich handelte, ist ebenfalls nicht veröffentlicht. In der Spitze waren rund 250 Kräfte im Einsatz. Die Feuerwehr Sundern war zuständig. Hilfe kam aus Arnsberg, Balve, dem Märkischen Kreis sowie den Kreisen Olpe und Unna. Ein Polizeihubschrauber holte Löschwasser aus dem Sorpesee. Das DRK und das THW unterstützten die Versorgung.
Auch in Stemel ist die Brandursache ungeklärt. Die Kriminalpolizei ermittelt.
Weitere Brände im Raum Arnsberg
Noch während des Stemeler Einsatzes brannten am Mittwoch rund 250 Quadratmeter Wald auf der Hellefelder Höhe. Das Feuer war gegen 18.14 Uhr gelöscht. Eine Ursache wurde nicht veröffentlicht.
In Arnsberg-Ainkhausen brannte am selben Nachmittag ein rund 3.000 Quadratmeter großes Stoppelfeld. Bäume waren dort nicht betroffen. Die Feuerwehr löschte den Brand innerhalb etwa einer Stunde. Das Feld wurde anschließend umgegrubbert. Zur Brandursache gibt es keine veröffentlichte Angabe.
Am Donnerstag rückte die Feuerwehr Arnsberg um 13 Uhr zum Lüsenberg aus. Dort drohte sich ein kleinerer Brand im Wald auszubreiten. Die Feuerwehr konnte eine größere Entwicklung verhindern. Fläche, Baumarten, Personalstärke und Brandursache wurden nicht mitgeteilt.
Um 23.22 Uhr folgte ein weiterer Einsatz an der Grimmestraße in Arnsberg. Die Feuerwehr stufte ihn als Wald- oder Flächenbrand ohne Ausbreitungsgefahr ein. Auch dort fehlen Angaben zur Größe und zur Ursache.
Gibt es einen Zusammenhang?
Vom Torhaus in Möhnesee liegen Lüsenberg und Grimmestraße (Arnsberg) jeweils etwa neun bis zehn Kilometer Luftlinie entfernt. Ainkhausen liegt ungefähr 15 Kilometer entfernt. Das Stemeler Brandgebiet und die Hellefelder Höhe befinden sich rund 13 bis 16 Kilometer südlich des Torhauses. Für einen Zusammenhang zwischen den Bränden gibt es bislang keinen Beleg.
A N Z E I G E

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