Kronkorken bringen Gewinn für die Gruppenkasse
Pfadfinder machen wieder die Million

Randvoll mit Kronkorken war der Anhänger, der später nach Werl zu einem Verwerter gefahren wurde. · Fotos und Videos: Pfadfinder
Alle haben mit gesammelt
Das machen sie immer wieder gerne, weil es nachhaltig ist und weil es die Kasse aufbessert für die Arbeit in den Gruppen: Die Sankt-Georgs-Pfadfinder aus Möhnesee haben wieder selber gesammelt, Freunde und Bekannte zum Sammeln eingeladen und jede Menge Kronkorken zusammenbekommen: Als die ganzen Eimer, Kartons, Dosen und Beutel in einen großen Anhänger gekippt waren, waren es mehr als zwei Tonnen Flaschenverschlüsse aus dünnem, verzinnten Stahlblech mit jeweils einer wichtigen Einlage aus weichem Kunststoff, die alles abdichtet.
Hier sitzen sie auf ihrer Million und staunen.
Dietmar Trompeter hat alles nach Werl gebracht
Das genaue Gewicht erfuhren alle natürlich erst, nachdem Dietmar Trompeter den Anhänger nach Werl zur Entsorgungsfirma Brelo gebracht hatten. Dort wurde genau gewogen: Etwa 500 Kronkorken wiegen ein Kilogramm und werden angekauft für 10 bis 20 Cent. Klingt nicht viel, ein ganzer Anhänger voll macht die Rechnung allerdings besser.
Dieses Geräusch lieben alle, denn jeder Kronkorken bringt bares Geld. Es läppert sich.
Zwei Tonnen machen die Million perfekt
Zwei Tonnen Kronkorken, das macht bei etwa 500 Korken pro Kilo eine satte Million der kleinen in Form gepressten Deckel mit ihren genau 21 Zacken. Warum 21? Das liege an der 26-Millimeter-Mündung bei den Flaschen, ein Standard heutzutage, so kann man nachlesen. Früher sollen Kronkorken angeblich 24 Zacken gehabt haben. Allerdings: Eine gerade Anzahl an Zacken soll eher zum Verkanten führen, wenn die Korken durch Zuführschienen und Maschinen laufen. Angeblich laufen die Verschlüsse mit einer ungeraden Anzahl an Zacken zuverlässiger durch die Anlagen.
Das erinnert doch an was, oder?
300 Euro für die Gruppenkasse
„Mehr als dreihundert Euro haben wir rausbekommen“, berichtete Betreuer Dietmar Trompeter nach der erfolgreichen Aktion: „Das wird für die Arbeit in den Gruppen eingesetzt, kommt den Kindern und Jugendlichen direkt wieder zugute.“ Die Aktion soll auf jeden Fall fortgesetzt werden — die große Bitte aller Gruppen im Pfadfinderstamm: Kronkorken nicht wegwerfen, sondern sammeln und bei den Pfadis abgeben.
So läuft alles ab
Einmal im Jahr geht alles mit einem großen Anhänger nach Werl. Dort werden die Metalldeckel mit anderen Wertstoffen zerkleinert. Was dabei herauskommt, wird von Fremdstoffen befreit in Pakete gepresst und zu einem Stahlwerk transportiert, so lässt es sich im Netz nachlesen. Im Stahlwerk wird alles wieder eingeschmolzen, gemeinsam mit Roheisen und bei Temperaturen jenseits von 1.500 Grad Celsius. Der flüssige Stahl wird zu neuen Rohstoffen gegossen. Auf Seiten wie „BlechWech“ oder „weissblech-kommt-weiter“ ist zu erfahren: „Da die Qualität des Materials extrem hoch bleibt, entstehen daraus neue, langlebige Güter.“ Zum Beispiel Autoteile, Bauteile für Windkraftanlagen oder Werkszeuge, neue Konservendosen oder — Kronkorken. Wieder und immer wieder. Was hilft, ist Sammeln und abgeben. Und für alle, die nicht sammeln: Kronkorken immer in den Gelben Sack oder die Gelbe Tonne.
Ein kraftvoller Magnet holt sich die Kronkorken aus dem Anhänger. Die landen jetzt zwischen dem übrigen Schrott, der magnetisch und verwertbar war.

Die DPSG-Pfadfinder aus Möhnesee haben in diesem Jahr das 50-Jährige Bestehen gefeiert. Neue Gesichter sind in der Gruppen immer willkommen. Kontakt bekommt alle hier.

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