Mitglieder sichern den Spielbetrieb. Zukunft des Eissportzentrums nach 2027 bleibt offen.
Soester EG erhöht Beiträge um 25 Prozent

Die Halles des Eissportzentrums in Möhnesee ist das Heim der „Bördeindianer“. Die Zukunft der Halle steht wegen hoher Kosten auf der Kippe.
Möhnesee-Echtrop. Die Soester Eishockeygemeinschaft (SEG) „Die Bördeindianer“ tritt in der Saison 2026/2027 weiter zum Spielbetrieb an. Dafür müssen die Mitglieder mehr bezahlen. Bei der Jahreshauptversammlung am 11. August im Bürgertreff Echtrop stimmten sie einer Beitragserhöhung um 25 Prozent zu. Gegenstimmen gab es nicht, so schreibt der zweite Vorsitzende Dominik Glaremin an MöhneReport. Weiterer wichtiger Tagesordnungspunkt: Wie geht es nach der anstehenden Saison weiter? Wird der Kreis das Eissportzentrum in Echtrop aus Kostengründen schließen?
Deutliche Beitragserhöhung
Die Erhöhung gilt ab August. Grund sind nach Angaben der SEG vor allem die gestiegenen Kosten für die Nachwuchs-Eiszeiten. Die DSBG als Betreiberin der Eishalle wollte den bisherigen Preis von 80 Euro zunächst auf 120 Euro je Stunde anheben. In einem weiteren Gespräch erreichte der Verein eine Verringerung auf 110 Euro. Trotzdem rechnet die Soester EG mit Mehrkosten von bis zu 10.000 Euro.
Ohne höhere Beiträge hätte sich der Verein nach Angaben des Vorstands vom Spielbetrieb abmelden müssen. Das lehnten die Mitglieder ab. Ein Rückzug der Mannschaften würde nach ihrer Ansicht auch die Chancen verschlechtern, das Eissportzentrum zu erhalten.
Wie geht es weiter in Echtrop? Landrat Heiner Frieling will die hohen Kosten für seine Eissporthalle loswerden, kann sich eine Schließung vorstellen.
Zukunft der Eishsporthalle auf der Kippe
Der Vorstand berichtete außerdem über ein Gespräch mit dem Kreis Soest am 27. Juli. Eigentümerin des Eissportzentrums ist die Eissport-, Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft des Kreises Soest, kurz EVB. Sie gehört vollständig dem Kreis. Betrieben wird die Halle von der DSBG aus Herne.
Nach Darstellung des Vereins machten Kreis und EVB bei dem Gespräch deutlich, dass sie das Eissportzentrum künftig nicht mehr bezuschussen wollen. Der Betreibervertrag mit der DSBG läuft bis zum 31. Juli 2027.
Die Halle ist mehr als 70 Jahre alt. Am Dach besteht erheblicher Reparaturbedarf. Auch die Kälteanlage muss erneuert werden. Der Kreis Soest geht davon aus, dass für eine langfristige Sicherung des Eissports Investitionen von zwölf bis 15 Millionen Euro erforderlich wären.
Wem gehört das Eissportzentrum?
Eigentümerin: Die Eissport-, Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft des Kreises Soest mbH, kurz EVB. Sie ist eine hundertprozentige Tochter des Kreises Soest. Die Halle gehört damit mittelbar dem Kreis.
Betreiberin: Die Deutsche Sportstättenbetriebs- und Planungsgesellschaft mbH & Co. KG, kurz DSBG. Das Unternehmen aus Herne betreibt die Halle seit 2008 als Pächterin. Eigentümerin ist die DSBG nicht.
Vertrag: Der Betreibervertrag mit der DSBG läuft bis zum 31. Juli 2027. Über eine Verlängerung entscheidet der Kreistag.
A N Z E I G E
Findet sich ein Investor?
Nun wird nach einer anderen Lösung oder einem Investor gesucht. Sollte sich bis zur Kreistagssitzung im Oktober kein Weg für den Weiterbetrieb abzeichnen, will sich Landrat Heinrich Frieling nach Darstellung des Vereins gegen eine Verlängerung des Betreibervertrags aussprechen. Die Saison 2026/2027 könnte dann die letzte im Eissportzentrum Möhnesee sein.
Frauenmannschaft sofort Landesmeister
Sportlich blickte die Soester EG auf eine erfolgreiche Saison der Frauenmannschaft zurück. Das Team wurde in seiner ersten Spielzeit Meister der Landesliga NRW. Es blieb in 16 Spielen ohne Niederlage und gewann außerdem den Pokal. In der neuen Saison treten die Frauen in der DFEL 2 Nord an.
Nachwuchs holt Meistertitel
Auch die U15 holte den Meistertitel in der Bezirksliga. Trainer Oliver Tischer nahm während der Versammlung den Pokal entgegen. Die Spielgemeinschaft der U13 mit Kristall Lippstadt beendete ihre Saison auf dem dritten Platz.
Die Herren starten erneut in der Landesliga. Eine zweite Mannschaft konnte nicht mehr gemeldet werden. Einige jüngere Spieler aus der bisherigen 1b sollen nun an die erste Mannschaft herangeführt werden.
Trainerwechsel
Jan Buschmann gibt sein Traineramt ab. Tom Ehlert und Steven Ceulemans übernehmen die Mannschaft. Unterstützt werden sie von Dirk Schulte, Kolja Kundrun und Michael Schikkora.
Heimspiele gut besucht
Trotz einer schwierigen Saison kamen im Durchschnitt 438 Zuschauer zu den 14 Heimspielen der Herren. Nach Angaben des Vereins lag dieser Wert über dem Zuschauerschnitt der Regionalliga.
Die Soester EG zählt derzeit 172 Mitglieder. An der Jahreshauptversammlung nahmen 51 stimmberechtigte Mitglieder einschließlich des Vorstands teil. Die Kassenprüfung ergab keine Beanstandungen. Der Vorstand wurde einstimmig entlastet.
► Stellungnahme auf Instagram und der Homepage: Keine Übernahme der Eishalle geplant.
Die Bördeindianer widersprechen inzwischen in einem Post auf Instagram und der eigenen Homepage der Darstellung einer Tageszeitung vom Donnerstag, 13. August, wonach sie das Eissportzentrum in Echtrop als Genossenschaft übernehmen wollten. Bei der Jahreshauptversammlung sei das Modell aus Hamm lediglich als eine von mehreren Möglichkeiten angesprochen worden. Einen Beschluss oder eine konkrete Initiative gebe es nicht. Der Verein wolle die Halle auch nicht selbst betreiben. Ziel sei eine gemeinsame Lösung von Politik, Kreis, Kommunen, DSBG und Vereinen. Zunächst müsse geprüft werden, ob der Vertrag mit der DSBG über den 31. Juli 2027 hinaus verlängert werden könne. Die Soester EG warnt in ihrer Stellungnahme davor, die Beteiligten gegeneinander auszuspielen.

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