Einsatzleiter Martin Nölle über den Waldbrand im Arnsberger Wald beim Torhaus
„Dreimal mussten wir flüchten“

Hier haben Einsatzkräfte den mobilen und fernsteuerbaren Wasserwerfer der Soester Kameraden in Stellung gebracht. Auf bis zu 60 Metern kann der einen breit gefächerten Wasservorhang werfen, der Gebiet großflächig durchfeuchten kann. · Foto: Feuerwehr Möhnesee.
Stellvertretender Wehrführer Martin Nölle berichtet
„Ich hoffe mal, morgen Mittag“, sagte Möhnesees stellvertretender Wehrführer. Als Einsatzleiter vor Ort berichtete er MöhneReport am Freitagabend, 14. August, über den Stand der Löscharbeiten im Arnsberger Wald in der Nähe vom Torhaus. „Auf einer Fläche von 70.000 Quadratmetern hat es gebrannt, das Feuer ist aus, aber wir haben noch viel zu tun mit den Nachlöscharbeiten“, berichtete Nölle. Im Moment seien zwei Löschzüge vor Ort, das seien dann etwa 50 Einsatzkräfte mit Fahrzeugen und Material.
Seit Donnerstag im Dauereinsatz
Seit Donnerstagnachmittag ist die Feuerwehr im Arnsberger Wald im Einsatz, die Mannschaften wurden immer wieder durch nachalarmierte Kräfte abgelöst. Die Löscharbeiten seien schwierig und bei den Temperaturen auch eine Herausforderung. Das Gelände und drehende Winde machten es auch nicht einfacher für die Freiwilligen. Nölle: „Dreimal sind wir geflüchtet, weil es einfach zu gefährlich wurde.“ Neben der enormen Hitze müssen die Einsatzkräfte auch immer auf der Hut sein vor herabfallenden schweren Ästen, vor umstürzenden Bäumen. Zum Abend hin sei die Lage einigermaßen unter Kontrolle. Die Gefahr im Wald: Im Boden können Glutnester unentdeckt weiter glimmen. Aufkommende Winde können neue Feuer entfachen, die sich sofort wieder großflächig ausbreiten können.
A N Z E I G E
Kräftiges Pumpsystem aus Paderborn
Weil die betroffene Waldfläche so groß ist, weil enorm viel Wasser gebraucht wird, hat der Kreis aus Paderborn Einsatzkräfte mit einem besonders kräftigen Pumpensystem angefordert: Jetzt können pro Minute 5000 Liter Wasser aus der Möhne gepumpt werden. „Das war schon eine gute Entscheidung“, sagte Martin Nölle: „Natürlich haben wir in Möhnesee Schläuche und Wasser und Pumpen – wir fördern damit 2000 Liter die Minute.“ Mit der Hilfe aus Paderborn seien die Einsatzkräfte einfach effektiver.
Aus Soest kommt ein Kettenfahrzeug mit extra großem Sprühkopf
Die Feuerwehr aus Soest unterstützt die Kameraden aus Möhnesee mit einem fernsteuerbaren Kettenfahrzeug: Es kann in Bereiche fahren, die für Einsatzkräfte wegen der großen Hitze, wegen beschädigter Bäume oder unwegsamen Geländes zu gefährlich wären. Über ein Strahlrohr und einen leistungsstarken Großlüfter lassen sich bis zu 3000 Liter Wasser pro Minute 60 Meter weit pusten, ohne Einsatzkräfte in gefährliches Gebiet schicken zu müssen. Nölle: „Das ist wie eine fahrbare Schneekanone.“ Der spezielle „Wasserwerfer“ kann einen ganz feinen Nebel erzeugen, mit dem sich große Flächen schnell und wirksam durchfeuchten lassen, ohne gleich den ganzen Waldboden in Morast zu verwandeln.
Samstagmittag könnte endlich Schluss sein für die Freiwilligen
Dennoch blieb Martin Nölle mit seiner Einschätzung vorsichtig zur Frage, wann die Feuerwehren wieder abrücken können: „Ich hoffe mal, morgen Mittag.“ Das wäre dann Samstag, 15. August. Dann wären die aufreibenden Löscharbeiten an der Einsatzstelle nahe des Torhauses hoffentlich erledigt.
Auch in der Eifel brennt es auf großer Fläche
Der Blick geht auch in die Eifel – in der Gegend um Hürtgenwald kämpfen Feuerwehren gegen großflächige Waldbrände. Es ist nach offiziellen Einschätzungen so schlimm wie noch nie in der Geschichte von Nordrhein-Westfalen. Der Ort Gey mit 2000 Einwohnern wurde evakuiert. Es brennt ebenso im Hohen Venn bei Monschau, in Rheinland-Pfalz bei Langscheid und Netterhöge im Kreis Mayen-Koblenz.
„Gehen Sie am besten gar nicht in den Wald.“
In der Nachbarschaft von Möhnesee waren Löschzuge aus Arnsberg und der Umgebung ebenfalls im Arnsberger Wald unterwegs. Die Brandursachen sind auch dort noch nicht gefunden. Im Fernsehen gab es in einem WDR-Interview die deutliche Mahnung: „Gehen Sie im Moment gar nicht in den Wald.“

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