Vier Tage Brückenfest
„Ich fand‘s sehr gut“: Positives Fazit nach vier Tagen Brückenfest

Erstmals vier Tage Brückenfest und es war ein voller Erfolg. 20.000 bis 25.000 Gäste feierten friedlich. Gleichzeitig sieht Veranstalter noch Luft nach oben.
Möhnesee – „Es war die erste Veranstaltung nach drei Jahren, erstmals mit Beginn am Donnerstag, also mit insgesamt vier Tagen. Ich fand‘s sehr gut, ich bin zufrieden“, sagte der neue Brückenfestmacher Lucas Risse am Sonntagmittag in einer ersten Bilanz: Geschätzt 20 000 bis 25 000 Gäste an allen vier Tagen, so dürfte es wohl ausgehen. Wie man auf die Zahlen komme? „Schätzen“, sagt Risse: „Ich weiß ja, wie groß das Gelände ist, ich sehe, was an Menschen unterwegs ist. An der Hauptbühne weiß ich, wie viele Bändchen für die Einlasskontrolle verkauft worden sind.“
Viele Menschen, die friedlich gefeiert haben und sich problemlos zwischen der Festwiese an der Fußgängerbrücke und dem Bereich rund um die Seetreppe verteilten, so lobten es zwei Mitarbeiter des Ordnungsamtes: „Alles sehr diszipliniert.“ Und so sah es aus am Samstagabend um kurz vor acht: In der „Chill-out-Zone“ an der Seetreppe wummerten die Bässe: Tanzbares für jeden Geschmack, dazu auf den Wiesen auch viele Tische und Bänke, um sich zu unterhalten, Essen und Trinken und vor allem die schöne Atmosphäre direkt am Seeufer zu genießen. Gleich nebenan ratterten die Wagen über die Schienen einer Achterbahn, daneben reckte sich weithin sichtbar das 38-Meter-Riesenrad der Familie Steuer aus Lemgo in die Höhe.
Brückenfest in Körbecke: Kirmes gehörte dazu
„Wir sind aus Stettin angereist, da standen wir auf einem Festival. Am Möhnesee sind wir zum zweiten Mal, das erste Mal bei einem Brückenfest — das ist neu für uns“, erzählte Tochter Sophie beim Interview im Kassenhäuschen: „Der Zuspruch ist gut — ganz viele wollen mit dem Riesenrad ganz hoch hinaus.“
Wie läuft die Kirmessaison ansonsten? „Im Großen und Ganzen ist es in Ordnung.“ Alle dürfen sich freuen: Den Fahrspaß mit dem Riesenrad am Möhnestrand, den gibt es noch weitere zwei Wochen. Sophie Steuer: „Wir bleiben noch bis zum 24. August, dann reisen wir weiter mit dem Tross. Drei große Lkw und zwei weitere Fahrzeuge brauchen wir für den Transport. Bis zum Abbau ist das große Team auch wieder da — im Moment ist die Familie an getrennten Orten unterwegs. Mein Vater Adolf und Mutter Sabine sind verreist. Mein Bruder Max und sein Sohn Henry sind in Bad Arolsen.“
Ein „Babyflug“, ein „Twister“, auch ein immer wieder beliebter „Musik-Express“ gehörten mit zur Brückenfest-Kirmes. Eine kleine Musikbühne und Kirmesspaß im Seepark, Büdchen, Stände auf der Promenade, angesagte Interpreten auf der Haupt-Festwiese an der Fußgängerbrücke, so soll das bewährte Konzept auch in den kommenden Jahren fortgeführt werden, blickt Veranstalter Lucas Risse in die Zukunft: „2026 dann wieder mit Programm auf dem Wasser. Ich sehe nach dem guten Neustart in diesem Jahr noch viel Potenzial — das muss sich ja alles auch erst mal wieder einlaufen.“
So sahen es auch Partygäste, die dem Anzeiger erzählten, wie sie die kultige Mehrtages-Freiluftsause so fanden: „Früher haben sich die Leute an der Theke gedrängelt, da war kaum ein Durchkommen — die Wiese war bis zum Einlass voll mit Leuten. Da ist noch Luft nach oben.“

2 500 Partygäste vor der Hauptbühne
2 000 Partygäste an der Hauptbühne zählte Lucas Risse am Freitagabend. 2 500 waren es am Samstagabend. Die tanzten und feierten zum Warmwerden mit der Partyband „Just Now“. Am anderen Ende an der Seetreppe waren die Tische deshalb aber nicht wie leergefegt. Pünktlich um 22.30 Uhr stand Vincent Gross auf der Hauptbühne: „Der Schlager lebt“, sagt der 28-jährige Sänger und Taekwon-Do-Meister, Moderator, Quizmaster und Preise-Einheimser aus der Schweiz.
Sein Publikum hatte er von Anfang in Griff. Eine Stunde lang Gute-Laune-Programm auf der Bühne und auch mitten im Publikum, danach viel Zeit für Autogramme und Fotos. Mit „Just Now“ feierten alle dann bis zum offiziellen Schluss um ein Uhr weiter: Nur beim Brückenfest gibt es diese Genehmigung bis nach Mitternacht — weil es Kult ist weit über Möhnesee hinaus und regelmäßig viele Tausend Gäste in den Seepark lenkt.

Was den einen viel Freude beschert, verdrießt manche Körbecker und auch Urlaubsgäste: „Wir wohnen direkt beim ADAC, wir haben vom Brückenfest nichts gewusst, und dann ist man doch ein wenig angefressen“, das erzählten zwei Wochenendgäste aus Aachen. „Wir hatten die ersten Beschwerden von Körbeckern schon, da haben wir ein Stromaggregat nur zur Probe laufen lassen“, so Lucas Risse.
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