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Leserbrief von Andreas Rohe zu "Kämmerer-Abwahl beschlossene Sache?"

„Schmutzige Wäsche nicht in der Öffentlichkeit waschen“

Ein Abwahlantrag ist bekannt

CDU, Bündnis90/Die Grünen, die FDP und ein Ratsherr der AfD haben einen Abwahlantrag gegen den Beigeordneten, Kämmerer und allgemeinen Stellvertreter des Bürgermeisters gestellt. Darüber soll der Rat in öffentlicher Sitzung abstimmen. Eine Aussprache ist nicht vorgesehen. Die Öffentlichkeit bliebe über die Hintergründe des Antrags im Unklaren.
► MöhneReport hakte nach und berichtete zuerst.


Leserbrief von Andreas Rohe, Möhnesee-Stockum
 
„Sommerzeit – da trocknet jeder, wer will, seine Wäsche draußen – auch schmutzige Wäsche? Auch schmutzige Wäsche. So macht es zumindest den Anschein in Möhnesee.

Recht muss Recht bleiben, daneben steht die Unschuldsvermutung, das macht unser gesellschaftliches Miteinander aus. Diese beiden Grundsätze scheinen in Teilen verloren gegangen zu sein, liest man die Artikel betreffend des Kämmerers und der ehemaligen Bürgermeisterin.

Der weniger informierte Leser, woher sollte er auch Informationen erhalten, wenn belegbare Vorwürfe kaum zu erkennen sind, mag meinen, hier wird schmutzige Wäsche gewaschen. Wer soll denn die Beweggründe nachvollziehen, wenn man sich immerzu auf laufende Verfahren oder Verschlusssachen beruft?

Und wenn die Verfahren noch laufen, gilt dann nicht die Unschuldsvermutung, bis die Schuld nachgewiesen ist, gehört es dann in die Öffentlichkeit „getrascht“?

Man könnte fast zu dem Schluss kommen, hier werden Menschen – die eventuell Fehler gemacht haben – bewusst öffentlich durch den sprichwörtlichen Kakao gezogen. Oder ist es schon der Versuch, Personen zu denunzieren?

Das Bild muss sich jeder selber machen. Für mich bleibt die Unschuldsvermutung, gefolgt vom Anspruch „Recht muss Recht“ bleiben. Sodann es belegt ist, dass hier Fehlverhalten gegeben sein sollte und die Veröffentlichung dessen Zulässigkeit erfährt, kann darüber – nein, es muss darüber – berichtet werden, um sofern zulässig, die Bürger zu informieren. Doch ich empfinde es als eine Abkehr von respektvollem Umgang, wenn Vorverurteilungen als schmutzige Wäsche in der Öffentlichkeit gewaschen werden – wo bleibt unser respektvoller gesellschaftlicher Umgang?“


Andreas Rohe ist Ratsherr der Bürgergemeinschaft.
Er unterstreicht, er schreibe in diesem Fall als Privatmann.
► Leserbriefe geben nicht die Meinung von MöhneReport wieder.
Ein Anspruch auf Veröffentlichung eingereichter Leserbriefe besteht nicht.


 

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