Mehr als 50 Fachkräfte beraten im Kreishaus darüber, wie Schulsozialarbeit Kinder und Jugendliche im Umgang mit digitalen Medien stärken kann
Zwischen Likes und Limits: Hilfe gegen digitale Suchtfallen

Beim siebten Fachtag Schulsozialarbeit im Kreishaus ging es um digitale Suchtfallen. Organisiert wurde die Veranstaltung von Britta Thulfaut (vorne links) und Verena Gröne (vorne rechts). Referentin Tanja Schmitz-Remberg (vorne Mitte) sprach über Mediensucht im schulischen Alltag. Foto: Susanne Schulte-Nölle/Kreis Soest
Digitale Medien bewusst nutzen
Smartphone, soziale Netzwerke und Computerspiele gehören für viele Kinder und Jugendliche zum Alltag. Sie ermöglichen Austausch, Lernen und Teilhabe. Doch wann wird aus intensiver Nutzung ein Problem – und wie können Fachkräfte rechtzeitig helfen? Mit diesen Fragen haben sich mehr als 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim siebten Fachtag Schulsozialarbeit im Kreishaus in Soest beschäftigt.
Unter dem Titel „Zwischen Likes und Limits: Digitale Suchtfallen im Blickpunkt der Schulsozialarbeit“ ging es darum, junge Menschen zu einem bewussten und verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien zu befähigen. Organisiert hatten den Fachtag Britta Thulfaut und Verena Gröne von der Koordinierungsstelle Schulsozialarbeit des Kreises.
Probleme erkennen und Unterstützung finden
Nach der Begrüßung durch Sascha Kudella, Dezernent für Jugend, Bildung und Soziales, erläuterte Tanja Schmitz-Remberg vom Verein Mediensuchtprävention NRW, welche Formen problematische Mediennutzung annehmen kann. Ihr Vortrag behandelte sowohl die Vorbeugung als auch Möglichkeiten, bei bereits erkennbaren Schwierigkeiten einzugreifen.
Patrick Siebert und Semira Stock von der Diakonie Ruhr-Hellweg stellten anschließend ihr Beratungsangebot vor. Es richtet sich bei Fragen rund um problematische Mediennutzung an Kinder und Jugendliche, Eltern sowie pädagogische Fachkräfte.
Materialkoffer helfen beim Gespräch
In zwei Workshops konnten die Teilnehmenden Methoden für ihre tägliche Arbeit kennenlernen und ausprobieren. Einer widmete sich Gesprächen über übermäßige Mediennutzung. Vorgestellt wurden zwei ausleihbare Materialkoffer: „Diginautis“ für die Klassen drei und vier sowie „What’s On?“ für Schülerinnen und Schüler ab Klasse fünf.
Die Materialien sollen den Einstieg in Gespräche erleichtern – über die Chancen digitaler Medien ebenso wie über Entwicklungen, die problematisch werden können. Ergänzend gab es praktische Vorlagen für Medientagebücher und Vereinbarungen zur Mediennutzung.
Wie Apps und Spiele Entscheidungen beeinflussen
Der zweite Workshop beschäftigte sich mit sogenannten Dark Patterns. Gemeint sind Gestaltungselemente in Apps, Spielen oder auf Internetseiten, die Menschen gezielt zu bestimmten Handlungen bewegen sollen. Sie können etwa dazu verleiten, länger bei einem Angebot zu bleiben, vorschnell einer Auswahl zuzustimmen oder mehr Geld auszugeben.
Gerade Kinder und Jugendliche können durch solche Mechanismen beeinflusst werden. Deshalb ging es im Workshop auch darum, diese Strategien zu erkennen und kritisch zu hinterfragen.
Früh hinschauen, ohne Vorurteile
Das Organisationsteam zog zum Abschluss eine positive Bilanz: „Der Fachtag hat klar gemacht, wie wichtig ein frühzeitiger Blick auf das Thema Medien ist. Schulsozialarbeit spielt dabei eine zentrale Rolle.“ Eine Teilnehmerin hob hervor, wie entscheidend die eigene Haltung gegenüber den Jugendlichen sei: „Vorurteile sind nicht hilfreich.“
Quelle: Kreis Soest

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