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Was wird aus der „Post“?

„Opa Helmut“ Wojak winkt 2025 zum Abschied vor seinem ehemaligen Gasthof „Zur Post“ in Körbecke. · Foto: Thomas Brüggestraße

„Opa Helmut“ war Kult-Wirt in der „Post“
Die Zukunft des Fachwerkhauses wirft Fragen auf. Zuvor allerdings ein Blick in liebevoller Erinnerung auf die ehemalige Kult-Gaststätte „Zur Post“ und den ebenso kultigen Wirt, auf „Opa Helmut“ (Wojak) . Der hat vor bald einem Jahr den Gasthof schweren Herzens geschlossen. Mit 84 Jahren. „Ich werde nicht jünger, die Gäste werden nicht mehr“, so hatte er mir damals für eine Tageszeitung erzählt: „Die Umsätze sind seit Corona eingebrochen, es rechnet sich einfach nicht mehr. Das ist alles sehr, sehr schade, aber nicht zu ändern. Natürlich ist da ganz viel Wehmut bei, wenn ich jetzt bald den Schlüssel herumdrehe und wegziehe nach Bad Sassendorf.“

Ein Abschied mit Pipi in den Augen
Es wurde ein emotionaler Abend, als „Opa“ dann tatsächlich zum letzten Mal am Zapfhahn stand. Pfarrr Ludger Eilebrecht war Überraschungsgast des Abends, packte die Gitarre aus und präsentierte zwei Dutzend treffend schunkelige Strophen: Wenn schon Abschied, dann mit Pipi in den Augen. Rotz und Wasser haben sie geheult, und Opa hat zum Trost seinen „Schwatten“ aus der Kühlung geholt: Lakritzlikör mit Pfiff.

Rustikale Kneipe in einem uralten Fachwerkhaus
Ein paar Schritte weiter Richtung Hauptstraße, im ehemaligen „Hotel Haus Böhmer“, dem zwischenzeitigen „Capriccio“ und „Phönix“, da eröffnete wenige Wochen nach Opas Abschlussfeier die Gaststätte „Im Stress“ – Körbecke blieb nicht wie befürchtet ohne Kneipenangebot. Opas klassisch-rustikale Note mit einer uralten Kneipe in einem uralten Fachwerkhaus, sie ist allerdings genau deshalb unerreicht.

Kauft die Gemeinde das Fachwerkhaus?
Was wird nun aus dem Haus? Neue Kneipe? Ein neuer Pächter müsste wohl die aktuellen Brandschutzbestimmungen einhalten und nachrüsten, so wurde schon immer in der Endphase der Post am Tresen erzählt. Aktuell hält sich hartnäckig ein Gerücht im Ort, der Bürgermeister wolle die Post kaufen und Flüchtlinge reinsetzen – wie berichtet soll Möhnesee schon bald wieder Geflüchtete aufnehmen müssen. Aber nicht für eine Unterbringung im ehemaligen Gasthof „Zur Post“. Das hatte Bürgermeister Wolf Blesken schon vor einigen Wochen auf Anfrage von MöhneReport erklärt. Ein Ankauf könnte interessant sein, die Bausubstanz gebe das nach aktueller Betrachtung her. Die politische Beschlusslage allerdings nicht. Er verwies auf die nächste Sitzung des Ausschusses für Gemeindeentwicklung Anfang Juli. Ob der Punkt öffentlich behandelt werden wird, bleibt abzuwarten: Eine Tagesordnung zur Sitzung am Donnerstag, 2. Juli 2026, um 17.30 Uhr im Ratssaal in Körbecke war zum Zeitpunkt der Berichterstellung öffentlich noch nicht einsehbar.

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