„Habe mir nichts vorzuwerfen“: Ferdi Sprenger kontert kritische Presseerklärung
„Hrn. Sprenger zu großem Dank verpflichtet“

von links: Möhnesees BG-Chef Thomas Schoene, Fraktionsvorsitzender Christian E. Wolf, Ferdi Sprenger, stellvertretender Bürgermeister und fraktionsloses Ratsmitglied · Fotos: BG-Fraktion, Christian Wolf, Thomas Brüggestraße.
Wie der Austritt ablief
Ferdi Sprenger hat wie berichtet nach langen Jahren als Ratsmitglied die Fraktion der Bürgermeinschaft (BG) verlassen. Sein Ratsmandat will er behalten, künftig fraktionslos für die Menschen in seinem Wahlbezirk im Rat tätig sein. Seine Funktion als ehrenamtlicher zweiter stellvertretender Bürgermeister werde er behalten, das sei auch mit Bürgermeister Wolf Blesken so abgesprochen, hatte Ferdi Sprenger MöhneReport vorab mitgeteilt. Möhnesees SPD-Chef Harald Beckers äußerte öffentlich Kritik: Es könne nicht sein, dass jemand an seinem Ratsmandat klebe. Ferdi Sprenger solle sein Mandat und die zusätzliche Funktion aufgeben.
Die BG-Fraktion hatte MöhneReport geschildert, es habe bereits langfristige personelle Planungen gegeben. Es sei mit Ferdi Sprenger vereinbart gewesen, dass er zur Mitte der Wahlperiode den Rat verlassen, damit Jüngere nachrücken könnten. Sprenger sagt, er habe sich Bedenkzeit ausgebeten und schließlich mitgeteilt: „Ich entscheide selber, wann ich gehe.“
Kurioser Moment in Ratssitzung
Den bereits lange bekannten Austritt hat Sprenger jetzt auch formal abgeschlossen — bei der Ratssitzung am Donnerstag gab es ein Kuriosum: Zunächst hatte Sprenger ein neutrales Namensschild vor sich. Dann wechselten ein Fachbereichsleiter und der BG-Fraktionschef ein paar klärende Worte. Im Anschluss bekam Sprenger wieder ein BG-Namensschild vor sich gestellt. Er ließ es geschehen. Am Wochenende gab es dann die schon länger verlangte schriftliche Austrittserklärung, um den Akt formal abzuschließen.
„Hrn. Sprenger zu großem Dank verpflichtet“
Die Bürgergemeinschaft sei „Hrn. Sprenger für fast 50jährige Treue zu großem Dank verpflichtet“, so steht es in der Presseerklärung, die MöhneReport mit Wissen und Genehmigung auch von Ferdi Sprenger ungekürzt und im Wortlaut veröffentlicht.
BG-Fraktion bestätigt Fraktionsaustritt
„Herr Ferdinand Sprenger hat mit heute eingegangenem Schreiben seinen Austritt aus der BG-Fraktion erklärt“, so Christian E. Wolf, Fraktionsvorsitzender.
Seit einigen Wochen rankten um Sprengers Ratsmandat Spekulationen. Zuletzt saß er in der Ratssitzung am Donnerstag noch unter dem BG-Logo im alten Fraktionskreis.
Mit Sprengers Weggang endet eine Ära als erfolgreicher Wahlkämpfer und Vertreter der Bürgergemeinschaft. Nach mehrfachem Direktmandat kam er 2025 aber nur noch über die Reserveliste in den Rat. Die Bürgergemeinschaft Möhnesee ist Hrn. Sprenger für fast 50jährige Treue zu großem Dank verpflichtet, so Thomas Schoene, Vorsitzender des Ortsvereins. Sprenger ist auch aus dem Verein ausgetreten.
Letzten Monate der Zusammenarbeit waren wegen zunehmend schwierig, so Wolf, man wünschte sich mehr thematischer Präsenz. Es sei auch auf Dauer nicht zu akzeptieren, erst in Ratssitzungen von einer gegenteiligen Meinung eines Fraktionsmitgliedes zu erfahren. Dies habe den Zusammenhalt belastet, so Wolf. Aber es gilt: Was in der Fraktion passiert, bleibt dort. Die Bürger haben trotzdem ein feines Gespür.
„Natürlich sind wir sehr enttäuscht über die Entwicklung.“ Wolf verweist auf eine gemeinsame Planung zur Zukunft der Fraktionsarbeit, dem Nachrücken aussichtsreicher Mitstreiter. „Wesentliches ist nun hinfällig geworden, Herr Sprenger war Teil dieser Vereinbarung“, so Wolf.
Die Aussage „ich bleibe meinen Wählern treu“ ist möglicherweise die größte Fehlinterpretation der eigenen Rolle. Herr Sprenger ist nicht direkt in den Rat der Gemeinde gewählt worden, sondern auf Basis eines ihm vertrauensvoll zugewiesenen Listenplatzes seiner Bürgergemeinschaft. Weiterhin hat auch keine der Wählerinnen und Wähler Herrn Sprenger zum zweiten stellvertretenden Bürgermeister gewählt. Dies erfolgte durch eine Listenverbindung aus BG und SPD.
Wir werden Hrn. Sprenger bei seinem weiteren politischen Werdegang begleiten und wünschen ihm alles Gute, so Wolf.
Ferdi Sprenger: „Habe mir nichts vorzuwerfen“
„Soll er schreiben, was er möchte. Ich möchte mich dazu nicht weiter äußern. Ich habe mir nichts vorzuwerfen“, so reagierte Ferdi Sprenger am Sonntagabend am Telefon auf den Text der Pressemitteilung.

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