Elf Neuheiten und das fünfzigste Jägerken zur 688. Allerheiligenkirmes

Das Jägerken im Wellenflieger – Ausschnitt aus dem Kirmesplakat 2026. Grafik: Wirtschaft & Marketing Soest GmbH
Vom 4. bis 8. November verwandelt sich Soests Altstadt wieder in größte Altstadtkirmes Europas: Zur 688. Allerheiligenkirmes werden rund 300 Schausteller erwartet. Elf Fahr- und Laufgeschäfte feiern ihre Soest-Premiere. Bürgermeister Marcus Schiffer eröffnet die Kirmes am Mittwoch um 14 Uhr. In diesem Jahr nicht an Franz Thomas Schneiders Look 360°, sondern auf dem Kohlbrink, an der Riesenschaukel Nessy. Dort wird auch das inzwischen 50. Jägerken von Soest vorgestellt. Das dreht bereits auf dem Plakat munter seine Runden – im Wellenflieger. Was ist neu, welche Klassiker sind wieder dabei und wo lohnt sich ein Zwischenstopp? Der Rundgang anhand des offiziellen Kirmesplans führt vom Bahnhof über das Kirmesgelände – von Fahrgeschäft zu Fahrgeschäft. Los geht’s! Und nicht vergessen: Donnerstags ist Pferdemarkt am Osthofentor und drumherum. Da geht es schon früh am Morgen los mit dem Kirmestrubel.
Den vollständigen Kirmesplan 2026 öffnen
Rundgang gefällig? Vom Bahnhof mitten hinein in die Kirmes
Soest. Vom 4. bis 8. November verwandelt die Allerheiligenkirmes die Soester Altstadt in einen Vergnügungspark zwischen Kirchen und Fachwerkhäusern. Unser Rundgang beginnt auf dem Bahnhofsvorplatz und führt mit kleinen Abstechern durch die Seitenstraßen zu den Fahrgeschäften, Kinderkarussells und Laufattraktionen.
Ein Eyecatcher direkt am Bahnhof
Schon am Bahnhof geht der Blick nach oben: Das 55 Meter hohe Riesenrad Eyecatcher (Kipp & Sohn) bietet einen Überblick über das Kirmesgelände. Seine 42 geschlossenen Gondeln schützen vor Wind und Novemberwetter. Gleich daneben kombiniert Mythos (Högerle) mehrere Bewegungen: Zehn Zweiergondeln sitzen auf einer großen Drehscheibe. Während sich Scheibe und Tragarm drehen, wird die Scheibe angehoben und bis fast in die Senkrechte geneigt. Höhe und Schräglage wechseln dabei ständig. Beim Autoscooter Nummer 1 (Isken) übernehmen die Fahrgäste selbst das Steuer. Über die gemeinsame Fahrfläche geht es auf Ausweichkurs oder bummsfallera mitten hinein ins Gedränge.
Megapendel schwingt 45 Meter hoch
Am Brüdertor hüpfen die Gondeln von Soundwave (Danny Schwerin) zur Musik um die Mitte des Karussells. Es geht rund und rund und auf und ab. Das Riesenpendel Tiki-Taki (Robert Paulsen) schwingt weit über die Köpfe der Besucher hinaus: Mehr als 45 Meter hoch führt die Fahrt, während sich die Gondel zugleich um ihre eigene Achse dreht. Bei der Petersburger Schlittenfahrt (Peter Burgdorf & Söhne) bleiben die Fahrgäste näher am Boden. Die Schlittengondeln folgen einer welligen Rundstrecke und schwingen dabei nach außen.
Über die Nötten-Brüder-Wallstraße führt der Weg zu ein paar Kinderangeboten: Die Highway Rallye nimmt ihre jungen Fahrgäste mit auf eine Fahrt durch Kurven und Achterschleifen. Im Kindertraum drehen die jüngsten Besucher ihre Karussellrunden. Wer bei Looping the Loop (Marquis) einsteigt, muss dagegen selbst für Schwung sorgen: Durch Gewichtsverlagerung und Körpereinsatz bringen die Fahrgäste eine Käfigschaukel in Bewegung. Wer schafft den Überschlag? Mit der richtigen Technik gelingt’s. Beim Kinder-Kettenflieger übernimmt wieder der Motor die Arbeit. An Ketten aufgehängte Sitze fliegen beim Drehen gemütlich nach außen.
In der Dominikanerstraße lädt das Havanna zu einem Rundgang durch ein Laufgeschäft mit kubanischer Kulisse ein. Die Fahrt zur Hölle 2.0 (Fellerhoff & Söhne) ist eine zweigeschossige Geisterbahn und schickt ihre Fahrgäste durch dunkle Räume mit gruseligen Figuren und überraschenden Effekten.
Ein Antik-Pferde-Karussell dreht seine Runden
Weiter Richtung Hansaplatz können Kinder beim Rallye Master Kinder Scooter (Friedrich Enders & Sohn) selbst ans Lenkrad. Das Prinzip entspricht dem großen Autoscooter, mit kleineren Fahrzeugen für junge Fahrer. Auf dem Antik Pferde-Karussell drehen sich Holzpferde und historische Wagen zur Orgelmusik – ein Stück klassischer Jahrmarkt zwischen den modernen Anlagen.
Shock Wave (Karl Hortz) verbindet schnelle Drehungen mit Licht, Lasern und Nebel. Beim Jules Verne Tower (Goetzke) wird das Kettenkarussell zum Höhenflug: Die Sitze kreisen um einen 80 Meter hohen Turm und steigen weit über die Dächer der Altstadt. Im Super Hupferl (Martin Kollmann) sitzen die Fahrgäste im Kreis auf dem wohl geselligsten Sofa in der Stadt. Die Plattform dreht sich abwechselnd nach links und rechts und wippt dabei auf und ab.
Auf dem Markt wartet mit dem Babyflug (Ewald Stippich) ein Flugkarussell für kleine Passagiere. Hier können sie ihre ersten Runden über dem Boden drehen. Beim Musik Express (Schneider-Krause) folgen die Wagen dicht hintereinander einer welligen Kreisbahn. Je schneller die Fahrt wird, desto kräftiger drückt es die Mitfahrer nach außen.
Propeller und Flammensäulen auf dem Marktplatz
Der Hexentanz (Markmann) lässt seine Gondeln um eine hohe Flammensäule kreisen. Dabei geht es auf und ab, aber ohne Überschläge. Beim Propeller Punk Flasher (Dajana Glöss) rotieren zwei beweglich aufgehängte Gondeln an den Enden eines langen Arms durch die Luft. Während eine nach oben steigt, saust die andere Richtung Boden.
Vom Markt biegen wir in die Marktstraße ab zum Poco Loco (Maximilian Schultze). Das mexikanisch gestaltete Laufgeschäft fordert im Glaslabyrinth den Orientierungssinn. Zusätzlich können Besucher über eine App Punkte sammeln. Auf dem nördlichen Petrikirchhof kommen alle ganz hoch hinaus: Franz Thomas Schneider baut wieder den Look 360° auf. Die geschlossenen Aussichtsgondeln steigen paarweise und am Turm empor und drehen sich dabei langsam. So lässt sich der Blick über Soest in Ruhe genießen.
Kirmes vor der Petrikirche: The Beast und Look 360°. Archivfoto: Thomas Brueggestrasse
Rund und rund — und munter kopfüber
Mit Kater Carlos Weltreise (Thomas Schneider) folgt ein Kinderkarussell für eine kleine Rundreise. Avenger Royal (Florian Kirschbaum) verbindet dagegen weite Schwünge mit vollständigen Überschlägen. Die Kinderschaukel Bounty bietet das Schiffschaukelgefühl im kleineren Piratenschiff. Beim Shake & Roll (Schäfer) rollen die Gondeln auch um ihre eigene waagerechte Achse rollen. So geht es rund und rund – und munter kopfüber. Das hebt die Stimmung.
Über den Domplatz geht es weiter Richtung Osthofenstraße. Im Aqua Velis (Hannes Hofmann) müssen die Besucher ihren Weg durch ein mehrstöckiges Wasserlabyrinth finden. Durchsichtige Wände, Wassereffekte und Hindernisse machen die Orientierung zur Aufgabe. Beim Wellenflieger (Wendler) hängen die Sitze an langen Ketten. Die sich drehende und neigende Karussellkrone lässt die Fahrgäste in Wellen durch die Luft schweben. Flying Airdance (Benning) nimmt Kinder in einer gemeinsamen Gondel mit auf eine senkrechte Kreisbahn. Während die Gondel auf- und abwärts fährt, bleiben ihre Passagiere aufrecht sitzen. Ein einzigartiges Fahrgefühl.
Freier Fall am Großen Teich
Auf dem Parkplatz Am Großen Teich verbindet Heidi the Coaster (Schneider & Co. OHG) Abfahrten und enge Kurven mit frei drehenden Gondeln. Die Mitfahrer erleben die Achterbahnstrecke dadurch aus wechselnden Blickrichtungen. Bei Hangover – The Tower (Schneider & Co. OHG) geht es zunächst hinauf zum Aussichtspunkt. Für einen kurzen Moment liegt die Stadt zu Füßen der Fahrgäste, dann beginnt der freie Fall. Unten wird die Gondel abgebremst. Highway No. 1 (Schneider) ist der zweite große Autoscooter auf dem Rundgang. Hier bestimmen wieder die Fahrer, wohin es geht – wenn sie nicht gerade — rammbumm – mitten in ein Knäuel rauschen.
In der Wiesenstraße wird es beim Ballon Voyage (Vanessa Markmann) gemächlicher. Seine Gondeln sehen aus wie kleine Heißluftballons und bewegen sich während der Rundfahrt sanft auf und ab. Im Spaßstadel (Renz) geht es zu Fuß über drei Etagen voller Hindernisse und wackeliger Passagen.
An der Wiesenkirche weist der Lageplan außerdem auf eine Miniatur-Kirmes hin. Für sie ist allerdings ein eigener Besuch einzuplanen: Die Ausstellung im Wiese-Gemeindehaus ist nach der Ankündigung nur am Aufbauwochenende geöffnet, nicht während der eigentlichen Kirmestage. Sie zeigt das Jahrmarktgeschehen im Modellformat.
Überschlag und beliebtes Hin und Her der Kräfte
Intoxx (Benning) schaukelt seine Fahrgäste bis zum vollständigen Überschlag – teilweise auch langsam über Kopf. Beim Big Monster (Krameyer) wirken mehrere Drehbewegungen zusammen. Die Tentakel des großen Kraken heben und senken sich, während die Gondeln an ihren Enden zusätzlich im Kreis tanzen. Ein beliebtes Hin und Her der Kräfte.
Nun führt der Weg zum Kohlbrink, mit einem Abstecher zur Waisenhausstraße. Crazy Clown bietet Kindern eine Rundfahrt mit zusätzlichen Auf- und Abbewegungen. Im Big Bamboo (Hempen) führt der Weg durch eine Südseekulisse. Hängebrücken, Trittsteine und Wasserhindernisse verlangen etwas Geschick.
Nessy schaukelt auf dem Kohlbrink
Mit Nessy (Hans-Peter Markmann) kehrt eine vertraute große Schiffschaukel zurück. Das Schiff pendelt immer höher, bis die Fahrgäste an den Endpunkten für einen Moment das Gefühl bekommen, aus dem Sitz gehoben zu werden. Big Wave (Milz) gehört zum Fahrgeschäftstyp „Scheibenwischer“: Eine lange Sitzbank bewegt sich seitwärts und aufwärts durch die Luft, bleibt dabei aber waagerecht.
Durch die Teichsmühlengasse geht es zurück Richtung Markt. The Beast – Hulk vs. Thanos (Frank Ahrend) verbindet Drehungen um mehrere Achsen und bringt seine Fahrgäste dabei auch über Kopf. Timmy’s Zeitreise (Bröckling) richtet sich wieder an Kinder und macht aus der Karussellrunde einen Ausflug durch verschiedene Zeiten und Fantasiewelten. Zum Abschluss führt der Weg zu Potts Historischem Jahrmarkt (Familie Pott) auf dem Ressourcen-Parkplatz. Seine älteren Geschäfte erinnern daran, wie Kirmes früher aussah.
Ein Blick aufs Robotix vor dem Theodor-Heuß-Park. Archivfoto: Thomas Brueggestrasse
Die Neuheiten im Überblick
Die elf Neuheiten der Allerheiligenkirmes 2026 und die Betreiber der Fahrgeschäfte: Tiki-Taki, Robert Paulsen; Punk Flasher, Dajana Glöss; Avenger Royal, Florian Kirschbaum; Mythos, Högerle; Eyecatcher, Kipp & Sohn KG; Ballon Voyage, Vanessa Markmann; Sound Wave, Danny Schwerin; Shock Wave, Karl Hortz; Big Bamboo, Hempen oHG; Poco Loco, Maximilian Schultze; Spaßstadl, Nicola und Giorgina Renz.

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