Eine-Welt-Kreis feiert Jubiläum – drei Generationen der Familie Daners engagieren sich
Was in Günne begann, hilft seit 30 Jahren in Afrika

Günne/Körbecke. Sie basteln, kochen ein, verkaufen fair gehandelte Waren und sammeln Spenden. Was der Eine-Welt-Kreis Günne damit seit 30 Jahren ermöglicht, reicht weit über Möhnesee hinaus: Kindergärten und Schulen, Brunnen und Staudämme, Ausbildung und Werkzeug für Menschen in Afrika. Zum Jubiläum kamen Unterstützer und Gäste zu zwei Festtagen im Antoniushaus und in St. Pankratius zusammen.
Besonders gewürdigt wurde das Engagement von Hildegard und Hubert Daners. Das Ehepaar hat auch die eigene Familie für die Arbeit begeistert. Tochter Verena Odera gehörte bereits 1996 zur ursprünglichen Gruppe und besuchte die Projekte mehrfach. Enkel Linus sammelt an der Dortmunder Mallinckrodt-Schule mit. So ist aus dem Einsatz der Großeltern eine Sache von drei Generationen geworden.
Nistkästen bauen und Menschen helfen
Wie schon seit Jahren haben Hubert und Hildegard Daners wieder gemeinsam mit einer Firmgruppe Nistkästen gebaut. „Mit Freude und handwerklichem Geschick wurde gearbeitet“, berichten die beiden. Nach ihren Angaben sind die Kästen für alle Meisenarten geeignet. Erhältlich sind sie an den Verkaufsständen der Eine-Welt-Gruppe oder direkt bei Familie Daners nach telefonischer Absprache.
Der Erlös fließt in die Projekte von Pater Avelino. Hubert und Hildegard Daners schildern den aktuellen Bedarf: In Turkana herrscht Dürre, Nahrung ist knapp. In Ave Maria im Südsudan sollen Schulen für die vielen Geflüchteten entstehen. So verbindet die gemeinsame Arbeit der Jugendlichen praktischen Naturschutz vor Ort mit Hilfe für Menschen in Afrika.


Der Anfang: Jugendliche wollten etwas tun
Begonnen hatte alles 1996 mit einem Firmprojekt unter Pastor Thomas Siepe. Die Jugendlichen wollten helfen und knüpften Kontakte zu Pater Avelino. Weitere Ehrenamtliche schlossen sich an. Selbstgemachtes und der Verkauf von Eine-Welt-Produkten brachten Geld für die Projekte zusammen. Auch das Heinrich-Lübke-Haus unterstützte die Verkaufsstände.
Die Hilfe ging in die Region am Turkana-See und in den Südsudan. Dabei blieb es nicht bei der Finanzierung von Gebäuden und Wasserversorgung: Junge Menschen lernten Kochen und handwerkliche Tätigkeiten, gesammeltes Werkzeug half ihnen beim Arbeiten. Ziel war, Menschen Möglichkeiten zu geben, ihre Lebensumstände selbst zu verbessern.
Fairer Handel gehört inzwischen dazu
Jutta Ebbert würdigte beim Jubiläum im Namen des Rates der Pfarreien das Engagement und die Vernetzung der Gruppe. Die Zusammenarbeit mit der Sternsingeraktion und die Mitgestaltung von Gottesdiensten bei „Kirche am See“ und „Kirche aktuell“ hätten die Arbeit bekannt gemacht. Selbst während der Corona-Zeit fanden die Aktiven Wege, weiterzumachen: Ihre Weihnachts- und Ostertüten stießen auf große Nachfrage.
„Ihr vermittelt Werte“, sagte Ebbert. Das zeige sich auch im Alltag der Pfarrei: Bei Veranstaltungen würden inzwischen selbstverständlich fair gehandelter Kaffee und Tee ausgeschenkt; in den Pfarrhäusern würden Kronkorken für die Projekte gesammelt.
Begegnungen halten die Verbindung lebendig
Pater Avelino, der die Arbeit vor Ort begleitet, feierte die Festmesse gemeinsam mit Pastor Ludger Eilebrecht in Körbecke. Die Band Miteinander gestaltete den Gottesdienst musikalisch. Gegenseitige Besuche und regelmäßige Berichte aus den Projekten tragen nach dem Bericht des Pastoralen Raums Soest seit Jahren dazu bei, die Verbindung zwischen den Helfern und den Menschen vor Ort zu erhalten.
Ein Gast schaffte es allerdings nicht rechtzeitig zum Fest: Christian Moser vom Münchner Verein Neue Wege stand im Stau. Sein Vortrag mit Fotos erreichte die Feiernden dennoch auf digitalem Weg. Nach den beiden Tagen zogen die Verantwortlichen eine positive Bilanz: viele Gäste und gute Stimmung – und der Wunsch, die gemeinsame Arbeit fortzusetzen.

Neue Schulräume und Hilfe für Geflüchtete
Auf ihrer Internetseite stellt die Eine-Welt-Gruppe derzeit weitere Vorhaben vor: In Turkana soll ein bisheriger Klassenraum durch einen Neubau mit Latrinen ersetzt werden. Im Südsudan werden feste Schulräume benötigt, nachdem heftige Regenfälle provisorische Unterrichtsräume beschädigt haben. Pater Avelino bittet außerdem um Unterstützung für Menschen, die dort von Flucht und Vertreibung betroffen sind. Die Projektmeldungen auf der Homepage tragen kein Veröffentlichungsdatum.


Die nächsten Verkaufstermine für fair Gehandeltes
Mit einem Einkauf lässt sich die Arbeit unterstützen. Die Gruppe kündigt folgende Verkaufsstände an:
- Samstag, 26. September 2026, 10 bis 14 Uhr: Dr. Becker Klinik, Schnappweg 2, Körbecke.
- Dienstag, 29. September 2026, 11 bis 15 Uhr: Heinrich-Lübke-Haus, Brüningsen.
- Samstag, 3. Oktober 2026, 10 bis 17 Uhr: Bauernmarkt in Körbecke, Ecke Hauptstraße/Meister-Stütting-Straße.
- Mittwoch, 14. Oktober 2026, 11 bis 15 Uhr: Heinrich-Lübke-Haus, Brüningsen.
- Samstag, 17. Oktober 2026, 10 bis 14 Uhr: Dr. Becker Klinik, Körbecke.
- Donnerstag, 22. Oktober 2026, 11 bis 15 Uhr: Heinrich-Lübke-Haus, Brüningsen.
Außerdem ist nach vorheriger Terminabsprache ein Einkauf im Antoniushaus in Günne, Zum Haarstrang 1, möglich. Weitere Verkaufstermine und aktuelle Angaben der Gruppe (Stand: 23. September 2026).
Spendenkonto
Inhaber:
Katholische Kirchengemeinde
Pfarrei Zum Guten Hirten Möhnesee
IBAN: DE77 4145 0075 0051 5717 68
Weitere Informationen zur Eine-Welt-Gruppe Günne: eine-welt-gruppe-guenne.jimdosite.com.
Quellen: Felicitas Hecker für den Pastoralen Raum Soest und die Internetseite der Eine-Welt-Gruppe Günne.
Titelfoto: Pastoraler Raum Soest. Weitere Fotos und ergänzende Informationen: Eine-Welt-Gruppe Günne sowie Hubert und Hildegard Daners.

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