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„Mahl Anderz“ an der Sperrmauer: Verkauf ja, aber nicht an jeden

„Den Spirit weiter leben“

Restaurant, Veranstaltungen, Beach-Flair — das gibt es direkt an der Sperrmauer in Günne. · Foto: privat

„MahlAnderz“ – „Mehr als nur Gastronomie am Möhnesee“, das ist der Anspruch im Haus. Das weitläufige Objekt steht seit einigen Tagen für 5 Millionen Euro in einem bekannten Online-Portal. Was ist da los an der Sperrmauer? MöhneReport hat nachgefragt und ganz unkompliziert Antworten bekommen. 

Stefan Gabriel spricht ruhig, aber mit Überzeugung über die Zukunft des „MahlAnderz“ am Möhnesee: Von Aufgabe oder Stillstand könne keine Rede sein. Vielmehr gehe es um neue Perspektiven, familiäre Ziele und die bewusste Entscheidung, einen nächsten Lebensabschnitt einzuleiten.

„Wir verkaufen nicht, weil wir müssen“, betont Gabriel. „Wir verkaufen, weil wir Pläne haben. Wir möchten uns als Familie neu orientieren und denken darüber nach, in die Heimat meiner Frau zu gehen.“

Sieben intensive Jahre
Nach sieben intensiven Jahren voller Leidenschaft, Aufbauarbeit und Herzblut falle dieser Schritt nicht leicht. Das „MahlAnderz“ sei für  die Familie Gabriel längst mehr als ein Restaurant geworden — es sei ein Ort mit Charakter, mit Seele und mit einer klaren Philosophie.

Genau deshalb komme auch nicht irgendein Käufer infrage. „Wir suchen keinen Investor, der einfach nur einen Gastronomiebetrieb übernimmt“, sagt Stefan Gabriel. „Wir wünschen uns jemanden, der versteht, was wir hier aufgebaut haben — jemanden, der diesen Spirit weiterlebt.“

Mahlanderztitelbild

Das markante Gebäude aus Fahrtrichtung Günne gesehen. · Foto: privat

Das Konzept des „MahlAnderz“ habe sich bewusst von schnell produzierter Convenience-Küche abgehoben. Im Mittelpunkt stehe seit dem ersten Tag echte Frische, ehrliches Handwerk und die Vielfalt der türkisch-mediterranen Küche.

Leidenschaft und echtes Kochen
„Die türkische Küche lebt von Frische, von Gewürzen, vom Holzkohlegrill und von ihren vielen unterschiedlichen Geschmacksrichtungen“, erklärt Stefan Gabriel. Für uns bedeutet Gastronomie Leidenschaft, Qualität und echtes Kochen.“

Dafür stehe auch das Team des Hauses: ausgebildete und teilweise studierte Fachkräfte aus der Türkei, die ihre Erfahrung, Kultur und Liebe zur Küche täglich in das Restaurant einbrächten. „Das sind hervorragende Menschen und absolute Profis“, sagt Stefan Gabriel voller Wertschätzung.

Heute steht das „MahlAnderz“ aus Sicht der Betreiberfamilie und des Teams „nicht nur für gutes Essen, sondern für ein besonderes Lebensgefühl am See. Gäste sollen hier nicht einfach essen gehen — sie sollen abschalten, genießen und für ein paar Stunden den Alltag vergessen. Ob im stilvollen Innenbereich mit Blick auf den Möhnesee, auf der Terrasse oder in der BeachBar mit Sand unter den Füßen: Der Besuch soll sich anfühlen wie ein kleiner Kurzurlaub.“

Wie kam’s an im Sauerland?
Dass dieses Konzept im Sauerland zunächst erklärungsbedürftig gewesen sei, das verschweigt Stefan Gabriel nicht: „Es hat Zeit gebraucht. Aber die Menschen haben verstanden, wofür wir stehen.“

Auch schwierige Zeiten wie die Corona-Pandemie habe man gemeinsam überstanden — mit einem starken Team, viel Disziplin und echter Leidenschaft für die Gastronomie.

Infrastruktur in Möhnesee nicht optimal
Trotz aller Verbundenheit sieht Stefan Gabriel jedoch auch Herausforderungen rund um den Standort Möhnesee. Gerade beim Thema Infrastruktur gebe es aus seiner Sicht noch Potenzial. „Die Region hat unglaublich viel Charme und Lebensqualität“, sagt er. „Aber Themen wie Mobilität und Erreichbarkeit beschäftigen viele Gäste und Mitarbeiter. Abends ein Taxi zu bekommen oder unkompliziert nach Hause zu kommen, ist oft schwierig. Hier könnte man noch mehr für die Attraktivität der Möhne tun.“

Dankbarkeit für die Jahre am See
Dennoch überwiegt für Familie Gabriel die Dankbarkeit, das wird im Gespräch sehr klar. Stefan Gabriel: „Die Jahre am See haben die Familie geprägt — menschlich wie beruflich. Und genau deshalb wünschen wir uns einen Nachfolger, der das ,MahlAnderz’ nicht verändert, sondern mit derselben Leidenschaft weiterführt.“

„Wir haben hier unglaublich viel Herzblut investiert“, sagt Stefan Gabriel abschließend. „Und genau dieses Gefühl soll bleiben.“

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